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#175: Knochendichte messen in den Wechseljahren: Wann ist eine DXA sinnvoll?

Osteoporose tut lange nicht weh. Solltest du deshalb deine Knochendichte in den Wechseljahren messen lassen? Lass zuerst dein persönliches Knochenbruchrisiko beurteilen und entscheide dann gemeinsam über eine DXA. Die Messung kann wichtig sein, ist aber nicht für jede Frau sofort nötig und erklärt das Bruchrisiko nie allein.

Was misst eine Knochendichtemessung?

Die Standarduntersuchung heisst Dual-Röntgen-Absorptiometrie, kurz DXA. Sie misst die Knochenmineraldichte an Hüfte und Lendenwirbelsäule und erkennt verminderte Knochenmasse. Osteoporose bedeutet aber mehr als einen tiefen Wert: Alter, frühere Brüche, Stürze, Medikamente und Erkrankungen beeinflussen ebenfalls, wie leicht ein Knochen bricht.

Warum werden die Knochen in den Wechseljahren wichtiger?

Östrogen bremst den Knochenabbau. Rund um die letzte Menstruation sinkt der Spiegel und die Knochenmasse kann unbemerkt schneller abnehmen. Eine frühe Menopause, die Entfernung beider Eierstöcke oder längere Phasen mit wenig Östrogen erhöhen das Risiko. Die Wechseljahre sind deshalb ein guter Zeitpunkt für Prävention und Risikoabklärung.

Für wen ist eine DXA besonders sinnvoll?

  • Nach einem Knochenbruch bei geringer Belastung, etwa nach einem Sturz aus dem Stand, oder bei Verdacht auf einen Wirbelbruch.
  • Bei früher Menopause, niedrigem Körpergewicht, deutlicher Grössenabnahme oder einem Hüftbruch bei Mutter oder Vater.
  • Bei längerer Einnahme von Kortison oder anderen knochenschädigenden Medikamenten.
  • Bei Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Zöliakie, Überfunktion der Schilddrüse, Diabetes oder chronischer Nierenkrankheit.
  • Mit zunehmendem Alter, häufigen Stürzen, Rauchen oder hohem Alkoholkonsum, wenn die Gesamtrisiken eine Messung rechtfertigen.

Die DVO-Leitlinie setzt auf gezieltes «Case Finding»: Postmenopausale Frauen sollen Risikofaktoren erfassen lassen; eine DXA folgt bei relevanter Risikokonstellation. Die Menopause allein verlangt nicht automatisch eine sofortige Messung.

Wie läuft die DXA ab?

Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert etwa zehn Minuten und nutzt eine geringe Röntgendosis. Du liegst angezogen auf einer offenen Liege, während Hüfte und Wirbelsäule gescannt werden. Entferne Metall im Messbereich und melde eine mögliche Schwangerschaft oder kürzliches Kontrastmittel. Fersenultraschall und Körperanalyse ersetzen die zentrale DXA nicht.

Was bedeutet das Resultat?

Bei postmenopausalen Frauen wird meist der T-Wert verwendet. Ein Wert ab minus 1 gilt als normal, zwischen minus 1 und minus 2,5 als verminderte Knochenmasse, oft Osteopenie genannt, und bei minus 2,5 oder tiefer liegt nach der WHO-Messdefinition eine Osteoporose vor. Vor der Menopause ist häufig der altersbezogene Z-Wert wichtiger. Lass dir erklären, welche Skala für dich gilt.

Ein T-Wert ist kein Schicksal und keine alleinige Therapieentscheidung. Viele Fragilitätsbrüche treten bei Werten oberhalb von minus 2,5 auf. Umgekehrt kann ein einzelner Wirbelsäulenwert durch Arthrose oder Verkalkungen zu günstig erscheinen. Deshalb gehören Frakturrisiko, Messqualität, Laborwerte und deine Gesundheitsgeschichte zusammen betrachtet.

Was kannst du jetzt konkret tun?

  • Sammle deine Risikofaktoren: frühere Brüche, Stürze, Menopausenalter, Familiengeschichte, Erkrankungen und alle Medikamente.
  • Bitte deine Hausärztin oder Gynäkologin um eine Frakturrisiko-Abklärung. Ein Rechner wie FRAX kann unterstützen, ersetzt aber keine Beurteilung.
  • Frage bei einer Überweisung, wo gemessen wird, wie du dich vorbereitest und ob Kosten übernommen werden. Das ist regional unterschiedlich.
  • Beginne nicht erst nach dem Resultat: Kombiniere regelmässiges Krafttraining, belastende Bewegung und Gleichgewichtsübungen passend zu deiner Fitness.

Was hilft längerfristig?

Achte auf Kalzium aus Lebensmitteln, genügend Protein und einen passenden Vitamin-D-Status. Ergänzungen müssen zu Blutwerten, Nierenfunktion und Medikamenten passen. Rauchstopp, wenig Alkohol und Sturzprävention schützen zusätzlich. Bei hohem Bruchrisiko kommen Medikamente oder ausgewählt eine Menopausen-Hormontherapie infrage. Nutzen und Risiken werden individuell abgewogen.

Auch Wiederholungsmessungen brauchen einen Grund. Sehr kurze Abstände zeigen wegen Messschwankungen oft keine verlässliche Veränderung. Zeitpunkt, möglichst dasselbe Gerät und die Konsequenz des Resultats sollten vorab geklärt sein.

Wann solltest du rasch medizinischen Rat suchen?

Lass einen Bruch nach geringem Anlass, neue starke Rückenschmerzen, eine deutliche Grössenabnahme oder einen zunehmend runden Rücken zeitnah abklären. Nach einem Sturz mit starker Hüft- oder Leistenschmerz, verkürztem Bein oder Unfähigkeit aufzustehen beziehungsweise aufzutreten brauchst du sofort Hilfe. Ein bereits erlittener Fragilitätsbruch ist ein starkes Risikosignal, auch wenn noch keine DXA vorliegt.

Was sagt die Forschung?

Die DVO-Leitlinie empfiehlt für postmenopausale Frauen eine strukturierte Erfassung von Risikofaktoren und bei relevanter Konstellation eine DXA als Teil der Basisdiagnostik. Sie empfiehlt kein pauschales systematisches Screening für alle Frauen ab Beginn der Menopause. Die Entscheidung soll Gesamtrisiko, mögliche Konsequenzen, Wünsche und ärztliche Einschätzung verbinden.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie betont 2026, dass Knochenverlust lange unbemerkt bleibt und die Wechseljahre für Prävention genutzt werden sollten. Diese Empfehlung ist fachgesellschaftlich begründet, aber keine randomisierte Studie, die eine DXA für jede Frau zum gleichen Zeitpunkt beweist. Genau deshalb ist die Risikoabklärung der sinnvolle erste Schritt.

Weiterlesen und wissenschaftliche Quellen

Dein Schritt für diese Woche

Aufgabe: Erstelle eine einseitige Knochen-Checkliste mit früheren Brüchen, Stürzen, Menopausenalter, Familiengeschichte, Erkrankungen und Medikamenten. Vereinbare diese Woche einen Termin zur Risikobesprechung, wenn ein Punkt zutrifft oder du unsicher bist.

Deine Knochengesundheit beginnt mit einer guten Risikoabklärung und einem machbaren nächsten Schritt.

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